Sonntag, 22. Januar 2012

Webbrowser

Nach der Einführung des ersten Webbrowsers und -editors unter dem Namen „WWW“ von Tim Berners-Lee entwickelten sich erste Browser, die größere Verbreitung fanden. Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt zeigte sich eine amerikanische Forschungseinrichtung, die NCSA - National Center for Supercomputing Applications. Zwei Protagonisten, die an der Entstehung des NCSA Mosaic Browsers – einem Browser der ersten Generation beteiligt waren, waren Jim Clark und Marc Andreesen. Der Versuch eine eigene Firma zu gründen scheiterte jedoch vorerst. Sie kamen gegen ihr Vorgängerunternehmen nicht an. Doch schließlich wurde aus dem Mosaic der                Netscape Navigator, eine Weiterentwicklung mit zusätzlichen Features, die auch entsprechenden Anklang fand.
Browserkrieg
So fristete Netscape eine Zeit lang eine nahezu Monopolstellung und war unangefochtener Marktführer. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich auch der wesentlich größere Windows-Konzern diesem Thema widmete. Ab diesem Zeitpunkt ging es für den Konzern steil bergab. Von 1995 bis 2003 sank der Marktanteil des Netscape Navigators von über 80 Prozent auf unter vier Prozent, während der Marktanteil des Internet Explorers im selben Zeitraum von unter drei Prozent auf über 95 Prozent stieg. Diese Jahre werden in Fachkreisen auch als „Browserkrieg“ bezeichnet.
Das Unternehmen wurde Ende 1998 von America Online (AOL) aufgekauft. Neue Versionen von Netscape (Netscape 6.0, Netscape 7.0) hatten nur bescheidenen Erfolg. Insbesondere Netscape 6.0 wurde zu einem Fehlschlag. Mit März 2008 wurden Weiterentwicklung und Support für Netscape eingestellt, da man schlicht und einfach anderen Anbietern den Platz räumen musste. Zum einen war die finanzielle Kaufkraft nicht mehr gegeben, zum anderen konnte man mit den technologischen Fortschritten der Konkurrenz nicht mehr mithalten. Einzelne Innovationen von Netscape haben jedoch „überlebt“ und sind sogar heute noch in den Browsern verankert.
Nach Fertigstellung des damals neuen erschienenen Windows 95, widmete sich auch der amerikanische Softwarehersteller zunehmend dem WWW und dem Erstellen eines eigenen Browsers, den sie Explorer tauften. Bill Gates befürchtete aufgrund der wachsenden Dominanz von Netscape eine ernsthafte Konkurrenz. Nicht zuletzt waren es etliche dieser neu entwickelten Features, die den Feldherren von Windows Kopfzerbrechen bereiteten. So setzte man zum Gegenangriff an. Der Explorer basiert, ähnlich wie der Netscape Navigator, auf der Entwicklung des NCSA Mosaic Browsers. In kurzer Zeit konnte das Unternehmen mit Netscape gleichziehen und schließlich überholen. Der Internet Explorer 4.0 war seinem großen Konkurrenten zum damaligen Zeitpunkt, dem Netscape Vommunicator 4.0, deutlich überlegen. Einer der Hauptgründe dafür waren die finanziellen Mittel, die Microsoft zu Verfügung standen, wodurch ihnen die Investitionen leichter fielen. Das Entwicklerteam wurde immer größer und passte sich der neuen Größenordnung an. Außerdem ist es Microsoft gelungen, den hauseigenen Browser einfach mit seinen Betriebssystemen zu bündeln. Durch die zusätzliche Integration des Internet Explorers in Windows, das damals auf 95 Prozent aller neu verkauften PCs installiert wurde, gelang es Microsoft, den Marktanteil des Internet Explorers schnell zu erhöhen.

Als Microsoft die Entwicklung des Betriebssystems Windows 95 abgeschlossenen hatte, wurde ein neuer Kurs eingeschlagen. Die Windows Mannschaft kümmerte sich nun mit Nachdruck um das WWW und den eigenen Browser, den Internet Explorer. In kurzer Zeit konnte man mit Netscape technologisch gleichziehen und bald darauf zum Überholen ansetzen. Der Internet Explorer 4.0, der kurz nach dem Netscape Communicator 4.0 erschien, war diesem haushoch überlegen.
Dazu kam Microsofts spezielle Vertriebspolitik. Hatte Netscape wenigstens noch versucht, mit dem Browser Geld zu verdienen, verschenkte ihn Microsoft nun. Die Folge war ein rapide sinkender Markanteil und schon bald das Ende des so genannten Browserkrieges zu Gunsten Microsofts. Netscape fristet heute ein kümmerliches Dasein in den Armen AOLs.
Es sollte noch viele Jahre dauern, bis wieder Bewegung in den Markt kam. Das OpenSource Projekt Mozilla, einstmals aus den Trümmern Netscapes hervorgegangen, musste mehrere Anläufe nehmen um wirklich in Schwung zu kommen. Immer wieder veröffentlichte AOL technisch unzulängliche, frühe Versionen des neu entstehenden Browsers unter dem alten Namen Netscape.
Heute wird Mozilla vor allem in der Version Firefox (ehemals Firebird) vertrieben. Dieser Browser ist ebenso kostenlos wie der Internet Explorer, jedoch erheblich moderner. Firefox bietet nicht nur mehr Komfort, er gilt auch als flexibler und sicherer.

Fünf verschiedene Browser stehen im Wettbewerb angeführt von Internet Explorer, der mit ca. 52% Marktanteil auch 2011 den Markt beherrscht. Das Microsoft Produkt wird gefolgt von Mozilla Firefox (ca. 22%), dicht daran Google Chrome mit ca. 19% Marktanteil. Apple kann mit dem Marktanteil von ca. 5% seines Browsers Safari nicht wirklich zufrieden sein. Opera liegt mit ca. 2% an letzter Stelle.
Die Zahlen divergieren je nach Quelle stark. Einige wie www.browser-statistik.de geben Firefox als Marktführer an. Die Datenerhebung umfasst in diesem Fall hauptsächlich technik-affine Websiten, deren Nutzer hauptsächlich Mozilla Firefox nutzen, da er ein open-source browser ist.

Internet Explorer
Internet Explorer 9.0 ist die aktuelle Version des Internet Explorers. Auf der Homepage des Browers steht die neue Version im Vergleich mit den neusten Versionen von Firefox und Google Chrome, in dem Internet Explorer 9.0 mit zusätzlichen Tools, die Leistung, Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit etc. erhöhen, hervorsticht. Mit diesen Extras versucht Microsoft dem seit Jahren konstant sinkenden Marktanteil entgegen wirken. Beginn dieser für Microsoft negativen, für den Wettbewerb positive, Entwicklung ist das Kartellrechtsurteil der EU 2009, das die Entkoppelung des Microsoft Betriebssystems und des Microsoft Internet Explorer 8 festlegte.
Bis 2009 hinkte das Mircrosoft Produkt qualitativ stark hinter den anderen Browsern hinterher. Seither arbeitet Microsoft intensiv  und innovativ an der Weiterentwicklung seines Internet Explorers.

Mozilla Firefox
Firefox ist die bisher stärkste Konkurrenz des Internet Explorers. Der Browser ist eine open-surce-Software, weshalb ihn viele Tech-Kenner verwenden. Momentan ist Mozilla Firefox 9 am Start. Besonders innovativ ist die Organisierung der Tabs – das Tab Panorma Feature macht den Browser einzigartig. Durch das Installieren von Add-ons können zahlreiche Funktionen wie Evernote Web Clipper oder Ad-Blocker in den Browser integriert werden.



Google Chrome
Google Chrome ist der neuste Browser und seit 2008 auf dem Markt. Er wurde von Google Inc. entwickelt, weshalb einige Google Funktionen integriert sind. Wie Mozilla Firefox, basiert auch Google Chrome auf einer OpenSource-Software (Google Chromium). 
Auch Google Chrome bietet im Chrome Web Store zahlreiche Erweiterungen – Apps – an.

Im Performancetest Peacekeeper schneidet Google Chrome 15 klar als schnellster Browser ab.




Safari
Safari ist ein für Macintosh von Apple entwickelter Webbrowser. Seit 2003 ist er auch für Windows verfügbar. Safari punktet mit seinem Synchronisationstool iCloud (PC, iPad, iPhone), leidet aber darunter, dass Flash nicht integriert ist. Die aktuelle Version Safari 5 soll allerdings auch ohne Flash youtube-Videos abspielen können.
Mit Extensions kann die Performance von Safari verbessert werden.



Opera
Seit 2000 ist Opera (aktuell: Opera 11.60) ein freier Webserver, entwickelt von dem norwegischen Unternehmen Opera Software Asa. Opera ist in der Bewertung von Compuware nicht enthalten. Bei anderen Performancetestern wie Peacekeaper schneidet Opera fast so gut ab wie  Google Chrome.







Browser War 2.0
Seit der konstanten Verbesserung und Weiterentwicklung des ehemals rückständigen Internet Explorers, unterscheiden sich die verschiedenen Browser kaum noch qualitativ voneinander. Vor allem Internet Explorer 9, Mozilla Firefox 8 und Chrome 15 liegen im harten Wettbewerb gegeneinander.

Im Vergleich schneiden die Browser in der Gesamtwertung ähnlich ab. 

"Chrome, Firefox, Internet Explorer, Opera, and Safari, all are fast, standards compliant, and feature rich. A lot boils down to what you're comfortable with and which features are most important to you." http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2365692,00.asp
Der Wettbewerb griff auch vor einiger Zeit auf den Handy-Markt über. Jeder Browser bietet eine eigene mobile Version mit Synchronisationsfunktion an. Einige Tech-Blogger und Tech-Seiten sprechen deshalb von Browser War 2.0.

LK, YN

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