Sonntag, 4. Dezember 2011

Online-Videos

Das Breitband-Internet hat die Welt erobert. Man kann während des Ladens einer Website kein Fünf-Gänge-Menü mehr kochen, verspeisen und verdauen. Der Internet-Provider überrascht einen (eigentlich) nicht mehr mit exorbitanten Rechnungen und – hey! – man könnte theoretisch via Festnetz mit Mama telefonieren, während man sich online die Fotos vom letzten Urlaub anschaut. Hätte man noch ein Festnetz. Wie auch immer, schnell und unbegrenzt surft man durchs Web und neben Facebook, e-Mail-Programm und Skype läuft ein Stream. Internet loves the Video-Star!



Technik – a short story of ‚how it works’


Flash

Im Allgemeinen werden online Videos mittels FLV (Flash Video) wiedergegeben. FLV ist ein Containerfomat, das als Videocodecs MPEG und den VP6 Codec unterstützt – sowie die Audiocodecs wie MP3, Speex und den HE-AAC Codec. Die Videos werden von einem RTMP-streaming Server (Realtime Time Messaging Protocol) geladen. Ab FLV Version 7 ist es zudem möglich, die Video Datei von einem HTTP Webserver zu laden. Ab Version 9 kann der Flash Player auch andere Videoformate als FLV abspielen.Das verbreitetste Plug-In für die Wiedergabe von Onlinevideos ist das Flash Plug-In von Adobe, im Gegensatz zu konkurrierenden Formaten wie Quicktime oder Real Player. Die bedeutendsten Videoportale wie YouTube, Myvideo, Sevenload und Clipfish verwenden Flash. Es gibt noch keine open source software zur Wiedergabe von online-Videos, trotz dahingehender Bemühungen.


HTML 5
…ist in der Lage, Audio und Video Elemente in den Quelltext zu integrieren. Es ist jedoch kein Format als Standardformat definiert, was dazu führt, dass unterschiedliche Browser je nach Unterstützung nur bestimmte Formate wiedergeben können. Das Ziel der Entwickler besteht darin, HTML 5 als neuen Standard für online Videos zu etablieren. Seit dem Launch des iPads verwenden einige Websites HTML5 als Standard für Tablet-Darstellung, während Flash weiterhin für alle anderen Endgeräte genutzt wird. Einige wichtige Video Plattformen haben angekündigt, wie bisher weiterhin Flash zu verwenden, da das video-tag in HTML5 nicht alle Anforderungen einer Website wie YouTube erfüllt - hauptsächlich wegen der Standardformat-Problematik.


HTML5 vs. Flash

An HTML5 wird seit 2003 gearbeitet, seit 2011 gibt es einen ersten Arbeitsentwurf. Momentan beinhaltet der Standard noch einige Bugs (die keine Features sind!). 2006 sagte Ian Hickson, Autor von HTML5, es würde nicht vor 2022 veröffentlicht werden.

Flash existiert seit 1996 und ist daher weit verbreitet unter Anbietern und Usern. Die Reichweite von Flash betrug im März 2010 98%. Allerdings wird Flash von Apples iOS (das OS von iPad, i Phone und iPod Touch) nicht unterstützt. Im November kündigte Adobe an, Flash für Mobile Devices einzustellen – womit Steve Jobs’ jahrelange Kritik post mortem letztlich Früchte getragen hat.


Verbreitung von Flash

85% der meistbesuchten Websites
75% der Web Videos
98% der Internet Firmen
70% der web-games


Allerdings haben Sites wie Youtube, Vimeo und blip.tv experimentellen Support für HTML5 bereitgestellt, da es gegenüber Flash einige Vorteile bieten kann. Erstens gehört Flash einem einzigen Konzern (Adobe Systems), während HTML5 von einem Komitee von Opera Software, Mozilla Foundation und Apple kontrolliert wird. Außerdem verbraucht Flash überproportional viel CPU Leistung.



Have you seen this vid on youtube? – Eine Erfolgsgeschichte


Was ist YouTube?

YouTube, das weltweit größte Internet-Videoportal wurde am Valentinstag 2005 gegründet. Es ist ein Internetportal für Down- und Upload von Videoclips, egal welchen Ursprungs. Auf der Website youtube.com findet man Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos sowie selbstgedrehte Filme. Sogenannte „Video-Feeds“ können in Blogs gepostet, aber auch einfach auf Webseiten über eine Programmierschnittstelle (API) eingebunden werden. Mit einem geschätzten Anteil von 45 Prozent ist YouTube der populärste Dienst dieser Art. Täglich werden etwa 65.000 neue Videos hochgeladen und 100 Millionen Clips angesehen (Stand: Oktober 2006). Von Nutzern beanstandete oder als anstößig gemeldete Videos werden von You-Tube-Mitarbeitern überprüft und gegebenenfalls gelöscht.


Die Gründung des führenden Videoportals

Die drei Gründer Steve Chen, Chad Hurley und Jawed Karim lernten sich bei ihrem Arbeitgeber, dem Internetbezahlsystem PayPal, kennen. Unglaublicherweise hat YouTube seinen Ursprung nicht in etwa in den USA, sondern in Deutschland. Jawed Karim, der Deutsche unter den Gründern, hatte bereits in seinem Heimatland die Idee zu dem Videoportal, entwickelte aber die Idee erst mit Steve Chen weiter; ihr Hauptaugenmerk galt, wie man Videos einfacher und schneller ins Netz stellen konnte. Zusammen gründeten sie das die Video-Internetseite YouTube. Obwohl Karim YouTube bereits in der Wachstumsphase verließ, soll er der größten Anteilseigner sein.

Der eigentliche Aufbau des- bis dato kleinen- Unternehmens erfolgte tatsächlich erst im Novermber 2005. YouTube erhielt Subventionen in der Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar vom Silicon Valley Risikokapitalgeber Sequoia Capital, welches auch schon Google bei der Anfangsfinanzierung geholfen hatte. Nur ein halbes Jahr später bekam das junge Unternehmen weitere acht Millionen US-Dollar vom selben Geldgeber. Damals hatte YouTube weder Umsätze, noch warf es irgendeine Art von Gewinn ab.


Übernahme durch Google

Nur ein Jahr nach der Gründung des Unternehmens war der Wert von YouTube bereits mit 600 Millionen Dollar angegeben, ein halbes Jahr später, im Herbst 2006, war der Wert auf 1,5 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Einige Wochen später, im Oktober 2006 trafen sich Google Herrscher, Larry Page und Eric Schmitt, mit Steve Chen und Chad Hurley. Sie machten ihnen ein Angebot für die Übernahme des Videoportals. Unglaublche 1,65 Millarden bot Google. Eines war gewiss: nahmen Chen und Hurley das Angeboten an, würden sie Internetgeschichte schreiben. Die beiden Gründer führen auch die Geschäfte nach wie vor weiter.

Laut einem Bericht der New York Post waren auch Gesellschaften wie Viacom, Disney, AOL, eBay und Rupert Murdochs News Corp. an dem Kauf des Internetportals interessiert.


„Secret Talents“

YouTube traute sich sogar zu, mit der eigenen Online-Castingshow namens „Secret Talents“ gegen die großen Castingshows anzutretetn. Preis war ein eigener, professionell gestalteter YouTube-Kanal.


YouTube, der Gigant

Die Reichweite von YouTube ist inzwischen so groß, dass 73% aller Videoportal-Besuche in den USA dem Riesen zugeordnet werden (Marktforschungsinstitut Hitwise, März 2008).

Die größte Kritik an dem Unternehmen ist nach wie vor, dass es, durch das eigenständige Hochladen, zu vielerlei Urheberrechtsverletzungen kommt. Experten meinen, dass es sich dabei um durchaus 90% des Materials handelt. Da aber nach amerikanischen Recht gehandelt wird, muss YouTube erst die Videos nach Abmahnung des offiziellen Besitzers entfernen. Genau das ist aber, was die Nutzer an Youtube schätzen: den Content, an den man ansonsten nicht rankommt.



YouTube- Stars: watch me, I’m famous


Das gesellschaftlich interessanteste Phänomen an Youtube ist die schiere Menge an „Stars“, die es hervorgebracht hat. Musste man bis zu den 80ern noch den richtigen Menschen über den Weg laufen, es in den 90ern in eine Casting-Band schaffen und sich Anfang des 21. Jahrhunderts in einer Casting-Show blamieren, kann es mittlerweile schon reichen, ein originelles Video auf Youtube zu laden.

Wird ein Video oft genug angeklickt, kann man im Paradies der Youtube Partner aufgenommen werden - und Geld verdienen. Firmen platzieren Werbung um und in dem Video, und von da an ist jeder Klick Bares wert. Von einem Cent bis zu einem Dollar oder mehr ist alles möglich. Aber Geld ist, angeblich, ja nicht alles - es ist der Ruhm, nach dem man dürstet. Und von dem gibt‘s, zumindest in der Web 2.0 Gemeinde, auch genug zu holen - und manches Mal entwickelt sich daraus auch eine reale Karriere, ob Musiker, Comedian, Blogger oder einfach nur originelle Persönlichkeit.


Justin Bieber

… wurde von seinem Produzenten Scooter Braun durch ein self-made Video auf Youtube entdeckt, Usher und Justin Timberlake wollten mit ihm zusammenarbeiten. 2008 erhielt er einen Plattenvertrag, seine erste Single „One Time“ stieg prompt in die us-amerikanischen und kanadischen Charts ein. 2010 erreichte das Bieber-Fieber auch Europa. Mittlerweile zählt Justin Bieber zu den erfolgreichsten Pop-Jungkünstlern aller Zeiten. Sein Video „Baby“ ist mit 662.404.820 Aufrufen (Einsicht am 21.11.11) das meistangesehendste Video aller Zeiten auf YouTube.



Wo die Youtube-Karriere anfängt: im Kinderzimmer.



...und wohin sie führt.



Judson Laippley

... ist eigentlich Motivationstrainer und war, bis zu seinem Video „The Evolution of Dance“, eher mäßig erfolgreich. Der Youtube-Superhit brachte ihm nicht nur über 180 Millionen Hits, sondern auch seine real-Life-Karriere in Schwung.




Ted Williams

... war obdachlos, kokain-abhängig und allgemein ziemlich abgewrackt. Bis jemand ihm einen Dollar für die Darbietung seiner „Radio-Voice“ gab, das Ganze filmte und auf Youtube stellte. Mittlerweile hat Ted Williams einen Job, eine schnittige Kurzhaar-Frisur und kein Drogenproblem mehr.




Keanan Kayhill

... ist ein kleinwüchsiger Teenager, der Grimassen zu aktuellen Musikhits schneidet. Und das so beeindruckend, dass er nicht nur mehrere Millionen Klicks pro Video bekommt, sondern auch die Künstler selbst in sein Schlafzimmer – oder seine Webcam ins Studio.




Back Dorm Boys

… sind zwei japanische Studenten, die angeblich aus purer Langeweile Playback-Versionen der größten Hits der Backstreet Boys vor ihrer Webcam aufführten. Mittlerweile sind die beiden hauptberufliche Blogger.




The Axis of Awesome

... sind eine australische Comedy-Band. Durch ihre Video zu dem Song „4 Chords“, ein Medley aus über 30 Songs, erlangten sie auch internationale Berühmtheit.




Chris Crocker

... ist ein Videoblogger aus dem mittleren Westen der USA. Sein tränenreiches Verteidigungsvideo nach Britney Spears verpatzten Auftritt bei den MTV Music Awards 2007 war sein Internet-Durchbruch, seitdem bloggt er regelmäßig.




Jenna Mourey

... besser bekannt als Jenna Marbles, ist eine amerikanische Gogo-Tänzerin mit College-Abschluss in Sportpsychologie. 2010 erreichte ihr erstes Video über 5 Millionen Klicks in der ersten Woche. Seitdem postet sie jeden Mittwoch ein neues Video, die Fangemeinde wächst rapide.




And in Germany...?

Webgeschichte schreiben geht auch im deutschsprachigen Raum. Alberto, seines Zeichens Crazy Beatbox DJ, lebt laut eigenen Angaben mittlerweile von seinen YouTube-Einnahmen. Und auch der DJ der guten Laune bekommt seit seinem plötzlichen Ruhm mehr Aufträge.





Alternative Videoportale


Neben youtube gibt es eine Vielzahl an Videoportalen, bekannte Beispiele sind MyVideo, Clipfish, sevenload, vimeo, youku, und Dailymotion. Auch Portale mit pornographischem Inhalt haben großen Erfolg, wie youporn, redtube und Xvideos.


MyVideo.de

Das größte Videoportal Deutschlands wurde im April 2006 gegründet und durch die MyVideo Broadband S.R.L betrieben. Kurz darauf übernahm SevenOne Intermedia GmbH, ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1- Gruppe zuerst 30, dann 70% der Gesellschaft. Das Portal gehört laut der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) zu den fünfzehn reichweitenstärksten Internetauftritten in Deutschland (2010). Seit 2011 kombiniert Pro7Sat1 professionell produzierte MyVideo- Inhalte mit Onlineformaten der Fernsehsender. MyVideo.de bietet auch professionelle Inhalte an: von Vorabpremieren über populäre TV-Serien bis zu Aktionen wie Livestreaming von Championsleague- Spielen oder der Loveparade.


Clipfish

... ist das RTL- Pendant zu MyVideo und mit ca. 3,14 Millionen Besuchern das zweitgrößte Videoportal in Deutschland. Auch hier werden neben nutzergeneriertem Content Mitschnitte von RTL- Eigenproduktionen angeboten. Seit 2007 kooperiert Clipfish mit Sony BMG und Universal Music, wodurch mehrere tausend Musikvideos zur Verfügung stehen.


Sevenload

... ist auch ein deutscher Anbieter, der ebenso mit vielen Produktionsfirmen und Labels zusammenarbeitet und dadurch TV- Inhalte und Musikvideos anbieten kann. Kooperationen gibt es beispielsweise mit National Geographic, DMAX, Universal und Sony Music. Es 22 lokalisierte Landesportale in insgesamt 12 Sprachen. Außerdem entwickelt Sevenload eigene Videoportale für Firmen.


Vimeo

... ist ein Videoportal für nicht-kommerzielle Videos, das 2004 gegründet wurde. Videos dürfen ausschließlich von Personen hochgeladen werden, die an der Produktion wesentlich beteiligt waren.[1]

Vimeo unterscheidet sich wesentlich von anderen Videoportalen: Videos dürfen nur von Personen hochgeladen werden, die an deren Produktion maßgeblich beteiligt sind. Vimeo hat seinen Firmensitz in New York.


Youku

... ist das chinesische Pendant zu YouTube. Es existiert seit Ende 2006 und hat 2008 mit MySpace- China fusioniert. 2010 hatte das Portal 384 Millionen User.


Dailymotion

... ist ein französisches Unternehmen. Es wurde 2005 in Paris gegründet und gehört zu den weltweit führenden Videoportalen. Mitte 2007 wurde Dailymotion von mehr als 37 Millionen Unique Usern besucht und verzeichnete über 1,3 Milliarden Seitenbesuche.


Pornographie & Videoportale

Für pornographische Inhalte gibt es zahlreiche Videoportale, die auch hohe Frequentierungen vorweisen können. Dazu zählen youporn, redtube, pornhub oder xVideos. xVideos beispielsweise zählt in Japan und den USA zu den 20 am meisten besuchten Seiten.

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