Sonntag, 22. Januar 2012

Webbrowser

Nach der Einführung des ersten Webbrowsers und -editors unter dem Namen „WWW“ von Tim Berners-Lee entwickelten sich erste Browser, die größere Verbreitung fanden. Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt zeigte sich eine amerikanische Forschungseinrichtung, die NCSA - National Center for Supercomputing Applications. Zwei Protagonisten, die an der Entstehung des NCSA Mosaic Browsers – einem Browser der ersten Generation beteiligt waren, waren Jim Clark und Marc Andreesen. Der Versuch eine eigene Firma zu gründen scheiterte jedoch vorerst. Sie kamen gegen ihr Vorgängerunternehmen nicht an. Doch schließlich wurde aus dem Mosaic der                Netscape Navigator, eine Weiterentwicklung mit zusätzlichen Features, die auch entsprechenden Anklang fand.
Browserkrieg
So fristete Netscape eine Zeit lang eine nahezu Monopolstellung und war unangefochtener Marktführer. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich auch der wesentlich größere Windows-Konzern diesem Thema widmete. Ab diesem Zeitpunkt ging es für den Konzern steil bergab. Von 1995 bis 2003 sank der Marktanteil des Netscape Navigators von über 80 Prozent auf unter vier Prozent, während der Marktanteil des Internet Explorers im selben Zeitraum von unter drei Prozent auf über 95 Prozent stieg. Diese Jahre werden in Fachkreisen auch als „Browserkrieg“ bezeichnet.
Das Unternehmen wurde Ende 1998 von America Online (AOL) aufgekauft. Neue Versionen von Netscape (Netscape 6.0, Netscape 7.0) hatten nur bescheidenen Erfolg. Insbesondere Netscape 6.0 wurde zu einem Fehlschlag. Mit März 2008 wurden Weiterentwicklung und Support für Netscape eingestellt, da man schlicht und einfach anderen Anbietern den Platz räumen musste. Zum einen war die finanzielle Kaufkraft nicht mehr gegeben, zum anderen konnte man mit den technologischen Fortschritten der Konkurrenz nicht mehr mithalten. Einzelne Innovationen von Netscape haben jedoch „überlebt“ und sind sogar heute noch in den Browsern verankert.
Nach Fertigstellung des damals neuen erschienenen Windows 95, widmete sich auch der amerikanische Softwarehersteller zunehmend dem WWW und dem Erstellen eines eigenen Browsers, den sie Explorer tauften. Bill Gates befürchtete aufgrund der wachsenden Dominanz von Netscape eine ernsthafte Konkurrenz. Nicht zuletzt waren es etliche dieser neu entwickelten Features, die den Feldherren von Windows Kopfzerbrechen bereiteten. So setzte man zum Gegenangriff an. Der Explorer basiert, ähnlich wie der Netscape Navigator, auf der Entwicklung des NCSA Mosaic Browsers. In kurzer Zeit konnte das Unternehmen mit Netscape gleichziehen und schließlich überholen. Der Internet Explorer 4.0 war seinem großen Konkurrenten zum damaligen Zeitpunkt, dem Netscape Vommunicator 4.0, deutlich überlegen. Einer der Hauptgründe dafür waren die finanziellen Mittel, die Microsoft zu Verfügung standen, wodurch ihnen die Investitionen leichter fielen. Das Entwicklerteam wurde immer größer und passte sich der neuen Größenordnung an. Außerdem ist es Microsoft gelungen, den hauseigenen Browser einfach mit seinen Betriebssystemen zu bündeln. Durch die zusätzliche Integration des Internet Explorers in Windows, das damals auf 95 Prozent aller neu verkauften PCs installiert wurde, gelang es Microsoft, den Marktanteil des Internet Explorers schnell zu erhöhen.

Als Microsoft die Entwicklung des Betriebssystems Windows 95 abgeschlossenen hatte, wurde ein neuer Kurs eingeschlagen. Die Windows Mannschaft kümmerte sich nun mit Nachdruck um das WWW und den eigenen Browser, den Internet Explorer. In kurzer Zeit konnte man mit Netscape technologisch gleichziehen und bald darauf zum Überholen ansetzen. Der Internet Explorer 4.0, der kurz nach dem Netscape Communicator 4.0 erschien, war diesem haushoch überlegen.
Dazu kam Microsofts spezielle Vertriebspolitik. Hatte Netscape wenigstens noch versucht, mit dem Browser Geld zu verdienen, verschenkte ihn Microsoft nun. Die Folge war ein rapide sinkender Markanteil und schon bald das Ende des so genannten Browserkrieges zu Gunsten Microsofts. Netscape fristet heute ein kümmerliches Dasein in den Armen AOLs.
Es sollte noch viele Jahre dauern, bis wieder Bewegung in den Markt kam. Das OpenSource Projekt Mozilla, einstmals aus den Trümmern Netscapes hervorgegangen, musste mehrere Anläufe nehmen um wirklich in Schwung zu kommen. Immer wieder veröffentlichte AOL technisch unzulängliche, frühe Versionen des neu entstehenden Browsers unter dem alten Namen Netscape.
Heute wird Mozilla vor allem in der Version Firefox (ehemals Firebird) vertrieben. Dieser Browser ist ebenso kostenlos wie der Internet Explorer, jedoch erheblich moderner. Firefox bietet nicht nur mehr Komfort, er gilt auch als flexibler und sicherer.

Fünf verschiedene Browser stehen im Wettbewerb angeführt von Internet Explorer, der mit ca. 52% Marktanteil auch 2011 den Markt beherrscht. Das Microsoft Produkt wird gefolgt von Mozilla Firefox (ca. 22%), dicht daran Google Chrome mit ca. 19% Marktanteil. Apple kann mit dem Marktanteil von ca. 5% seines Browsers Safari nicht wirklich zufrieden sein. Opera liegt mit ca. 2% an letzter Stelle.
Die Zahlen divergieren je nach Quelle stark. Einige wie www.browser-statistik.de geben Firefox als Marktführer an. Die Datenerhebung umfasst in diesem Fall hauptsächlich technik-affine Websiten, deren Nutzer hauptsächlich Mozilla Firefox nutzen, da er ein open-source browser ist.

Internet Explorer
Internet Explorer 9.0 ist die aktuelle Version des Internet Explorers. Auf der Homepage des Browers steht die neue Version im Vergleich mit den neusten Versionen von Firefox und Google Chrome, in dem Internet Explorer 9.0 mit zusätzlichen Tools, die Leistung, Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit etc. erhöhen, hervorsticht. Mit diesen Extras versucht Microsoft dem seit Jahren konstant sinkenden Marktanteil entgegen wirken. Beginn dieser für Microsoft negativen, für den Wettbewerb positive, Entwicklung ist das Kartellrechtsurteil der EU 2009, das die Entkoppelung des Microsoft Betriebssystems und des Microsoft Internet Explorer 8 festlegte.
Bis 2009 hinkte das Mircrosoft Produkt qualitativ stark hinter den anderen Browsern hinterher. Seither arbeitet Microsoft intensiv  und innovativ an der Weiterentwicklung seines Internet Explorers.

Mozilla Firefox
Firefox ist die bisher stärkste Konkurrenz des Internet Explorers. Der Browser ist eine open-surce-Software, weshalb ihn viele Tech-Kenner verwenden. Momentan ist Mozilla Firefox 9 am Start. Besonders innovativ ist die Organisierung der Tabs – das Tab Panorma Feature macht den Browser einzigartig. Durch das Installieren von Add-ons können zahlreiche Funktionen wie Evernote Web Clipper oder Ad-Blocker in den Browser integriert werden.



Google Chrome
Google Chrome ist der neuste Browser und seit 2008 auf dem Markt. Er wurde von Google Inc. entwickelt, weshalb einige Google Funktionen integriert sind. Wie Mozilla Firefox, basiert auch Google Chrome auf einer OpenSource-Software (Google Chromium). 
Auch Google Chrome bietet im Chrome Web Store zahlreiche Erweiterungen – Apps – an.

Im Performancetest Peacekeeper schneidet Google Chrome 15 klar als schnellster Browser ab.




Safari
Safari ist ein für Macintosh von Apple entwickelter Webbrowser. Seit 2003 ist er auch für Windows verfügbar. Safari punktet mit seinem Synchronisationstool iCloud (PC, iPad, iPhone), leidet aber darunter, dass Flash nicht integriert ist. Die aktuelle Version Safari 5 soll allerdings auch ohne Flash youtube-Videos abspielen können.
Mit Extensions kann die Performance von Safari verbessert werden.



Opera
Seit 2000 ist Opera (aktuell: Opera 11.60) ein freier Webserver, entwickelt von dem norwegischen Unternehmen Opera Software Asa. Opera ist in der Bewertung von Compuware nicht enthalten. Bei anderen Performancetestern wie Peacekeaper schneidet Opera fast so gut ab wie  Google Chrome.







Browser War 2.0
Seit der konstanten Verbesserung und Weiterentwicklung des ehemals rückständigen Internet Explorers, unterscheiden sich die verschiedenen Browser kaum noch qualitativ voneinander. Vor allem Internet Explorer 9, Mozilla Firefox 8 und Chrome 15 liegen im harten Wettbewerb gegeneinander.

Im Vergleich schneiden die Browser in der Gesamtwertung ähnlich ab. 

"Chrome, Firefox, Internet Explorer, Opera, and Safari, all are fast, standards compliant, and feature rich. A lot boils down to what you're comfortable with and which features are most important to you." http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2365692,00.asp
Der Wettbewerb griff auch vor einiger Zeit auf den Handy-Markt über. Jeder Browser bietet eine eigene mobile Version mit Synchronisationsfunktion an. Einige Tech-Blogger und Tech-Seiten sprechen deshalb von Browser War 2.0.

LK, YN

Sonntag, 4. Dezember 2011

Online-Videos

Das Breitband-Internet hat die Welt erobert. Man kann während des Ladens einer Website kein Fünf-Gänge-Menü mehr kochen, verspeisen und verdauen. Der Internet-Provider überrascht einen (eigentlich) nicht mehr mit exorbitanten Rechnungen und – hey! – man könnte theoretisch via Festnetz mit Mama telefonieren, während man sich online die Fotos vom letzten Urlaub anschaut. Hätte man noch ein Festnetz. Wie auch immer, schnell und unbegrenzt surft man durchs Web und neben Facebook, e-Mail-Programm und Skype läuft ein Stream. Internet loves the Video-Star!



Technik – a short story of ‚how it works’


Flash

Im Allgemeinen werden online Videos mittels FLV (Flash Video) wiedergegeben. FLV ist ein Containerfomat, das als Videocodecs MPEG und den VP6 Codec unterstützt – sowie die Audiocodecs wie MP3, Speex und den HE-AAC Codec. Die Videos werden von einem RTMP-streaming Server (Realtime Time Messaging Protocol) geladen. Ab FLV Version 7 ist es zudem möglich, die Video Datei von einem HTTP Webserver zu laden. Ab Version 9 kann der Flash Player auch andere Videoformate als FLV abspielen.Das verbreitetste Plug-In für die Wiedergabe von Onlinevideos ist das Flash Plug-In von Adobe, im Gegensatz zu konkurrierenden Formaten wie Quicktime oder Real Player. Die bedeutendsten Videoportale wie YouTube, Myvideo, Sevenload und Clipfish verwenden Flash. Es gibt noch keine open source software zur Wiedergabe von online-Videos, trotz dahingehender Bemühungen.


HTML 5
…ist in der Lage, Audio und Video Elemente in den Quelltext zu integrieren. Es ist jedoch kein Format als Standardformat definiert, was dazu führt, dass unterschiedliche Browser je nach Unterstützung nur bestimmte Formate wiedergeben können. Das Ziel der Entwickler besteht darin, HTML 5 als neuen Standard für online Videos zu etablieren. Seit dem Launch des iPads verwenden einige Websites HTML5 als Standard für Tablet-Darstellung, während Flash weiterhin für alle anderen Endgeräte genutzt wird. Einige wichtige Video Plattformen haben angekündigt, wie bisher weiterhin Flash zu verwenden, da das video-tag in HTML5 nicht alle Anforderungen einer Website wie YouTube erfüllt - hauptsächlich wegen der Standardformat-Problematik.


HTML5 vs. Flash

An HTML5 wird seit 2003 gearbeitet, seit 2011 gibt es einen ersten Arbeitsentwurf. Momentan beinhaltet der Standard noch einige Bugs (die keine Features sind!). 2006 sagte Ian Hickson, Autor von HTML5, es würde nicht vor 2022 veröffentlicht werden.

Flash existiert seit 1996 und ist daher weit verbreitet unter Anbietern und Usern. Die Reichweite von Flash betrug im März 2010 98%. Allerdings wird Flash von Apples iOS (das OS von iPad, i Phone und iPod Touch) nicht unterstützt. Im November kündigte Adobe an, Flash für Mobile Devices einzustellen – womit Steve Jobs’ jahrelange Kritik post mortem letztlich Früchte getragen hat.


Verbreitung von Flash

85% der meistbesuchten Websites
75% der Web Videos
98% der Internet Firmen
70% der web-games


Allerdings haben Sites wie Youtube, Vimeo und blip.tv experimentellen Support für HTML5 bereitgestellt, da es gegenüber Flash einige Vorteile bieten kann. Erstens gehört Flash einem einzigen Konzern (Adobe Systems), während HTML5 von einem Komitee von Opera Software, Mozilla Foundation und Apple kontrolliert wird. Außerdem verbraucht Flash überproportional viel CPU Leistung.



Have you seen this vid on youtube? – Eine Erfolgsgeschichte


Was ist YouTube?

YouTube, das weltweit größte Internet-Videoportal wurde am Valentinstag 2005 gegründet. Es ist ein Internetportal für Down- und Upload von Videoclips, egal welchen Ursprungs. Auf der Website youtube.com findet man Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos sowie selbstgedrehte Filme. Sogenannte „Video-Feeds“ können in Blogs gepostet, aber auch einfach auf Webseiten über eine Programmierschnittstelle (API) eingebunden werden. Mit einem geschätzten Anteil von 45 Prozent ist YouTube der populärste Dienst dieser Art. Täglich werden etwa 65.000 neue Videos hochgeladen und 100 Millionen Clips angesehen (Stand: Oktober 2006). Von Nutzern beanstandete oder als anstößig gemeldete Videos werden von You-Tube-Mitarbeitern überprüft und gegebenenfalls gelöscht.


Die Gründung des führenden Videoportals

Die drei Gründer Steve Chen, Chad Hurley und Jawed Karim lernten sich bei ihrem Arbeitgeber, dem Internetbezahlsystem PayPal, kennen. Unglaublicherweise hat YouTube seinen Ursprung nicht in etwa in den USA, sondern in Deutschland. Jawed Karim, der Deutsche unter den Gründern, hatte bereits in seinem Heimatland die Idee zu dem Videoportal, entwickelte aber die Idee erst mit Steve Chen weiter; ihr Hauptaugenmerk galt, wie man Videos einfacher und schneller ins Netz stellen konnte. Zusammen gründeten sie das die Video-Internetseite YouTube. Obwohl Karim YouTube bereits in der Wachstumsphase verließ, soll er der größten Anteilseigner sein.

Der eigentliche Aufbau des- bis dato kleinen- Unternehmens erfolgte tatsächlich erst im Novermber 2005. YouTube erhielt Subventionen in der Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar vom Silicon Valley Risikokapitalgeber Sequoia Capital, welches auch schon Google bei der Anfangsfinanzierung geholfen hatte. Nur ein halbes Jahr später bekam das junge Unternehmen weitere acht Millionen US-Dollar vom selben Geldgeber. Damals hatte YouTube weder Umsätze, noch warf es irgendeine Art von Gewinn ab.


Übernahme durch Google

Nur ein Jahr nach der Gründung des Unternehmens war der Wert von YouTube bereits mit 600 Millionen Dollar angegeben, ein halbes Jahr später, im Herbst 2006, war der Wert auf 1,5 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Einige Wochen später, im Oktober 2006 trafen sich Google Herrscher, Larry Page und Eric Schmitt, mit Steve Chen und Chad Hurley. Sie machten ihnen ein Angebot für die Übernahme des Videoportals. Unglaublche 1,65 Millarden bot Google. Eines war gewiss: nahmen Chen und Hurley das Angeboten an, würden sie Internetgeschichte schreiben. Die beiden Gründer führen auch die Geschäfte nach wie vor weiter.

Laut einem Bericht der New York Post waren auch Gesellschaften wie Viacom, Disney, AOL, eBay und Rupert Murdochs News Corp. an dem Kauf des Internetportals interessiert.


„Secret Talents“

YouTube traute sich sogar zu, mit der eigenen Online-Castingshow namens „Secret Talents“ gegen die großen Castingshows anzutretetn. Preis war ein eigener, professionell gestalteter YouTube-Kanal.


YouTube, der Gigant

Die Reichweite von YouTube ist inzwischen so groß, dass 73% aller Videoportal-Besuche in den USA dem Riesen zugeordnet werden (Marktforschungsinstitut Hitwise, März 2008).

Die größte Kritik an dem Unternehmen ist nach wie vor, dass es, durch das eigenständige Hochladen, zu vielerlei Urheberrechtsverletzungen kommt. Experten meinen, dass es sich dabei um durchaus 90% des Materials handelt. Da aber nach amerikanischen Recht gehandelt wird, muss YouTube erst die Videos nach Abmahnung des offiziellen Besitzers entfernen. Genau das ist aber, was die Nutzer an Youtube schätzen: den Content, an den man ansonsten nicht rankommt.



YouTube- Stars: watch me, I’m famous


Das gesellschaftlich interessanteste Phänomen an Youtube ist die schiere Menge an „Stars“, die es hervorgebracht hat. Musste man bis zu den 80ern noch den richtigen Menschen über den Weg laufen, es in den 90ern in eine Casting-Band schaffen und sich Anfang des 21. Jahrhunderts in einer Casting-Show blamieren, kann es mittlerweile schon reichen, ein originelles Video auf Youtube zu laden.

Wird ein Video oft genug angeklickt, kann man im Paradies der Youtube Partner aufgenommen werden - und Geld verdienen. Firmen platzieren Werbung um und in dem Video, und von da an ist jeder Klick Bares wert. Von einem Cent bis zu einem Dollar oder mehr ist alles möglich. Aber Geld ist, angeblich, ja nicht alles - es ist der Ruhm, nach dem man dürstet. Und von dem gibt‘s, zumindest in der Web 2.0 Gemeinde, auch genug zu holen - und manches Mal entwickelt sich daraus auch eine reale Karriere, ob Musiker, Comedian, Blogger oder einfach nur originelle Persönlichkeit.


Justin Bieber

… wurde von seinem Produzenten Scooter Braun durch ein self-made Video auf Youtube entdeckt, Usher und Justin Timberlake wollten mit ihm zusammenarbeiten. 2008 erhielt er einen Plattenvertrag, seine erste Single „One Time“ stieg prompt in die us-amerikanischen und kanadischen Charts ein. 2010 erreichte das Bieber-Fieber auch Europa. Mittlerweile zählt Justin Bieber zu den erfolgreichsten Pop-Jungkünstlern aller Zeiten. Sein Video „Baby“ ist mit 662.404.820 Aufrufen (Einsicht am 21.11.11) das meistangesehendste Video aller Zeiten auf YouTube.



Wo die Youtube-Karriere anfängt: im Kinderzimmer.



...und wohin sie führt.



Judson Laippley

... ist eigentlich Motivationstrainer und war, bis zu seinem Video „The Evolution of Dance“, eher mäßig erfolgreich. Der Youtube-Superhit brachte ihm nicht nur über 180 Millionen Hits, sondern auch seine real-Life-Karriere in Schwung.




Ted Williams

... war obdachlos, kokain-abhängig und allgemein ziemlich abgewrackt. Bis jemand ihm einen Dollar für die Darbietung seiner „Radio-Voice“ gab, das Ganze filmte und auf Youtube stellte. Mittlerweile hat Ted Williams einen Job, eine schnittige Kurzhaar-Frisur und kein Drogenproblem mehr.




Keanan Kayhill

... ist ein kleinwüchsiger Teenager, der Grimassen zu aktuellen Musikhits schneidet. Und das so beeindruckend, dass er nicht nur mehrere Millionen Klicks pro Video bekommt, sondern auch die Künstler selbst in sein Schlafzimmer – oder seine Webcam ins Studio.




Back Dorm Boys

… sind zwei japanische Studenten, die angeblich aus purer Langeweile Playback-Versionen der größten Hits der Backstreet Boys vor ihrer Webcam aufführten. Mittlerweile sind die beiden hauptberufliche Blogger.




The Axis of Awesome

... sind eine australische Comedy-Band. Durch ihre Video zu dem Song „4 Chords“, ein Medley aus über 30 Songs, erlangten sie auch internationale Berühmtheit.




Chris Crocker

... ist ein Videoblogger aus dem mittleren Westen der USA. Sein tränenreiches Verteidigungsvideo nach Britney Spears verpatzten Auftritt bei den MTV Music Awards 2007 war sein Internet-Durchbruch, seitdem bloggt er regelmäßig.




Jenna Mourey

... besser bekannt als Jenna Marbles, ist eine amerikanische Gogo-Tänzerin mit College-Abschluss in Sportpsychologie. 2010 erreichte ihr erstes Video über 5 Millionen Klicks in der ersten Woche. Seitdem postet sie jeden Mittwoch ein neues Video, die Fangemeinde wächst rapide.




And in Germany...?

Webgeschichte schreiben geht auch im deutschsprachigen Raum. Alberto, seines Zeichens Crazy Beatbox DJ, lebt laut eigenen Angaben mittlerweile von seinen YouTube-Einnahmen. Und auch der DJ der guten Laune bekommt seit seinem plötzlichen Ruhm mehr Aufträge.





Alternative Videoportale


Neben youtube gibt es eine Vielzahl an Videoportalen, bekannte Beispiele sind MyVideo, Clipfish, sevenload, vimeo, youku, und Dailymotion. Auch Portale mit pornographischem Inhalt haben großen Erfolg, wie youporn, redtube und Xvideos.


MyVideo.de

Das größte Videoportal Deutschlands wurde im April 2006 gegründet und durch die MyVideo Broadband S.R.L betrieben. Kurz darauf übernahm SevenOne Intermedia GmbH, ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1- Gruppe zuerst 30, dann 70% der Gesellschaft. Das Portal gehört laut der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) zu den fünfzehn reichweitenstärksten Internetauftritten in Deutschland (2010). Seit 2011 kombiniert Pro7Sat1 professionell produzierte MyVideo- Inhalte mit Onlineformaten der Fernsehsender. MyVideo.de bietet auch professionelle Inhalte an: von Vorabpremieren über populäre TV-Serien bis zu Aktionen wie Livestreaming von Championsleague- Spielen oder der Loveparade.


Clipfish

... ist das RTL- Pendant zu MyVideo und mit ca. 3,14 Millionen Besuchern das zweitgrößte Videoportal in Deutschland. Auch hier werden neben nutzergeneriertem Content Mitschnitte von RTL- Eigenproduktionen angeboten. Seit 2007 kooperiert Clipfish mit Sony BMG und Universal Music, wodurch mehrere tausend Musikvideos zur Verfügung stehen.


Sevenload

... ist auch ein deutscher Anbieter, der ebenso mit vielen Produktionsfirmen und Labels zusammenarbeitet und dadurch TV- Inhalte und Musikvideos anbieten kann. Kooperationen gibt es beispielsweise mit National Geographic, DMAX, Universal und Sony Music. Es 22 lokalisierte Landesportale in insgesamt 12 Sprachen. Außerdem entwickelt Sevenload eigene Videoportale für Firmen.


Vimeo

... ist ein Videoportal für nicht-kommerzielle Videos, das 2004 gegründet wurde. Videos dürfen ausschließlich von Personen hochgeladen werden, die an der Produktion wesentlich beteiligt waren.[1]

Vimeo unterscheidet sich wesentlich von anderen Videoportalen: Videos dürfen nur von Personen hochgeladen werden, die an deren Produktion maßgeblich beteiligt sind. Vimeo hat seinen Firmensitz in New York.


Youku

... ist das chinesische Pendant zu YouTube. Es existiert seit Ende 2006 und hat 2008 mit MySpace- China fusioniert. 2010 hatte das Portal 384 Millionen User.


Dailymotion

... ist ein französisches Unternehmen. Es wurde 2005 in Paris gegründet und gehört zu den weltweit führenden Videoportalen. Mitte 2007 wurde Dailymotion von mehr als 37 Millionen Unique Usern besucht und verzeichnete über 1,3 Milliarden Seitenbesuche.


Pornographie & Videoportale

Für pornographische Inhalte gibt es zahlreiche Videoportale, die auch hohe Frequentierungen vorweisen können. Dazu zählen youporn, redtube, pornhub oder xVideos. xVideos beispielsweise zählt in Japan und den USA zu den 20 am meisten besuchten Seiten.

Freitag, 25. November 2011

Webstandards


Die meisten haben bereits einmal von Webstandards gehört, warum es sie aber gibt, beziehungsweise sie sogar „cool“ sind, möchten wir Euch hier in Kürze erklären.
Der Begriff Webstandards steht für die Standardisierung von Websprachen wie HTML, CSS, Javascript und anderen. Das World Wide Web Consortium (W3C) beschäftigt sich genau damit, diese Normen aufzustellen. Sie stellt auch so genannte „Validatoren“ zur Verfügung, um die eigenen Homepage auf Konformität mit den Webstandards überprüfen zu können. Zudem gibt es noch weitere Seiten die sich mit Webstandards beschäftigen, besonders erwähnt seien hier für den deutschsprachigen Raum die Webkrauts und auf internationaler Ebene das sehr wichtige und aktive Web Standards Project.

Wie genau kann man nun Webstandards einhalten? Dabei gibt es drei wichtige Leitlinien:
  • Validen Quellcode und fehlerfreie CSS schreiben
  • Auf korrekte und verständliche Semantik der Seite achten
  • Inhalt und Layout immer strikt voneinander trennen.

Die Befolgung dieser Leitlinien bringt eine Reihe an Vorteilen, sowohl für den User als auch für den Programmierer der Webseite. Gerade der gültige Quellcode ist besonders wichtig, wenn man die selbe Seite auf verschiedenen Endgeräten (Computer, Smartphone, Tablet-PC, Fernseher,...) ansehen möchte. Darüber hinaus ist nur bei gültigen nach Webstandards aufgebauten Seite auch sichergestellt, dass sie auch in zukünftigen Tagen des Internets noch angesehen werden kann, da bisher immer alle nachfolgenden Normen die vorhergehenden beachtet haben und diese so somit weiterhin über Gültigkeit verfügen. Suchmaschinen können das Web effektiver und schneller durchsuchen und die wichtigen Informationen finden, wenn möglichst viele Webseiten über einen validen Quellcode verfügen.
Auch die strikte Trennung von Layout und Inhalt bringt große Vorteile, vor allem bei nachträglichen Veränderungen der Webseite. Bei einer gut gebauten Seite kann man das Layout bei gleich bleibendem Inhalt innerhalb sehr kurzer Zeit verändern. Bei schlecht gebauten Seite müsste man jede einzelne Seite extra umändern. Ein riesiger Arbeitsaufwand, den man durch die Einhaltung dieser Struktur leicht vermeiden könnte. Zusätzlich erleichtert eine solche Trennung den Einsatz von Screenreadern ungemein (diese werden oft von sehbehinderten oder älteren Usern genutzt), denn nur mit einer klaren Struktur ist sichergestellt, dass das Programm nicht auch Layout-Anweisungen mit vor liest, was das Zuhören natürlich ziemlich unangenehm machen würde.

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst (frei nach the-netBRain.de/weblog – Link oben):
  • ca. 30 – 50 % weniger Quellcode durch Trennung von Layout und Inhalt
  • Anpassung der Seite an unterschiedliche Endgeräte (Handy, Computer, Tablet,....)
  • Optimierung der Informationen für Suchmaschinen
  • besserer Rang in Suchmaschinen
  • Pflege und Nachbearbeitung weit einfacher und weniger zeitintensiv
  • schnellere Ladezeit (da Layout nur einmal in den Cache geladen werden muss)
  • weniger belastender Traffic auf dem Server
  • Miteinbeziehung von sehbehinderten Menschen (Einsatz von Screenreader möglich)
  • Zukunftssicherheit


Allen die sich genauer mit dem Thema Webstandards beschäftigenmöchten, sei noch einmal der folgenden Blog empfohlen:

Zur weiteren Vertiefung eignen sich die oben genannten Seiten der Webkrauts, des W3Cs und natürlich des Web Standards Projects.

Gruppenarbeit von: Benjamin Wolf, Laura Voggeneder, Philipp Weritz

Der Vater des WWW heute - Tim Berners-Lee

Artikel der Serie "Wichtige Persönlichkeiten im Wandel der Zeit" von Kathrin Pollak, Sandra Raunigg, Stefanie Stocker und Viktoria Waldegger

Tim Berners-Lee und seine Erfindung
Der „inoffizielle Mann des Jahres 1990“, Tim Berners-Lee, gilt als der Erfinder des World Wide Webs. Der britische Physiker begründete 1990 die weltweit erste Website,die auch heute noch in alter Form existiert. Diese Website erläuterte unter anderem, was das World Wide Web sein sollte, wie man an einen Webbrowser kommt, und wie man einen Webserver aufsetzt. Ursprünglich war dies auch die erste einfache Suchmaschine, denn Berners-Lee betreute noch andere Webpräsenzen außer seiner eigenen.
Die Grundideen des World Wide Webs sind vergleichsweise einfach zu begreifen. Berners-Lee sah und verknüpfte sie jedoch in einer Weise, deren Möglichkeiten bis heute noch nicht vollständig ausgeschöpft sind.  Mit seiner Entwicklung der Seitenbeschreibungssprache HTML, der Hyperlinks und der Internetadressen schuf Sir Timothy Berners-Lee die Grundlagen des WWW, was in den 90er Jahren zur explosionsartigen Verbreitung des Internets als globales Massenmedium beitrug. Berners-Lee hatte auch mit dem Gedanken gespielt, das Web statt WWW lieber TIM (The Information Mine) oder MOI (Mine of Information) zu nennen, fand aber beide Ideen zu egozentrisch.
Berners-Lee ist seit jeher ein starker Verfechter der „open sources“, weshalb ihn seine Erfindung auch nicht zum Multimillionär machte. Doch was macht Tim Berners-Lee, der so viel zum technischen Fortschritt beitrug, heute?

Das Word Wide Web Consortium
Ein wichtiges Aufgabenfeld des heute 56-Jährigen ist das World Wide Web Consortium. Als Vorsitzender dieses Consortiums verteidigt der „Gutenberg des 21. Jahrhunderts“ unermüdlich das Entstehungsprinzip des neuen Mediums: die freie, durch keine politische oder wirtschaftliche Gewalt beschränkte Kommunikation …
Einleitung
Die Aufgabe und das Ziel des World Wide Web Consortium (kurz: W3C) ist die Entwicklung von Web Standards. Um dieses Ziel zu erreichen arbeiten Mitgliedsorganisationen, ein fest angestelltes Team und die Öffentlichkeit zusammen.
WC3 wurde am 1. Oktober 1994 am „MIT Laboratory for Computer Science“ in Cambridge (Massachusetts) gegründet. Gründer und Vorsitzender ist Tim Berners-Lee. Ein wichtiger Grund für dieses Engagement ist seine Hoffnung, alle Möglichkeiten des Webs zu erschließen. Dazu werden einheitliche Technologien (Spezifikationen, Richtlinien, Software und Tools) entwickelt, die den Fortschritt des Webs fördern und seine nahtlose Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Systemen sicherstellen.
Seit Januar 2011 befindet sich der Sitz des Deutsch-Österreichischen Büros in Berlin am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).Beispiele für durch das W3C standardisierte Technologien sind HTML, XHTML, XML, RDF, OWL, CSS, SVG und WCAG.
Geschichte
Im Oktober 1994 hat Tim Berners-Lee am Massachusetts Institute of Technology, Laboratory for Computer Science [MIT/LCS] in Zusammenarbeit mit dem CERN - wo das Web entstanden ist - und mit Unterstützung von DARPA (Defense Advanced Research Project Agency) und der Europäischen Kommission das World Wide Web Consortium gegründet.
Das W3C sollte von Anfang an den kleinsten gemeinsamen Nenner einer Technologie finden und diesen zu einer Spezifikation verarbeiten, sodass diese von allen Mitgliederorganisationen unterstützt wird. Um die Internationalität des WWW zu betonen, sollten neben dem MIT weitere Hosts auf unterschiedlichen Kontinenten hinzukommen.
Im Dezember 2004 hat W3C sein zehnjähriges Bestehen mit einer Konferenz in Boston, Massachusetts (USA) über die Geschichte und Zukunft des Webs und von W3C gefeiert. Beitreten kann jedes Unternehmen. 
Organisation
Das W3C Team besteht aus mehr als 60 Forschern und Ingenieuren weltweit, die die technischen Aktivitäten von W3C leiten und die Arbeitsabläufe managen. Der Großteil des Teams arbeitet an den drei gastgebenden Institutionen: (MIT/CSAIL in den Vereinigten Staaten, ERCIM Hauptsitz in Frankreich, und Keio Universität in Japan). Unter der Führung des Direktors (Tim Berners-Lee), des leitenden Geschäftsführers (Steve Bratt), und eines Management Teams, hat das W3C-Team folgende Aufgaben:
·       Es bietet dem W3C Orientierung, indem sich über neue Technologien, Marktentwicklungen und die Aktivitäten von verwandten Organisationen auf den neuesten Stand hält;
·       Es koordiniert die W3C Aktivitäten, um die Zielerreichung innerhalb praktischer Rahmenbedingungen (wie verfügbarer Ressourcen) zu optimieren;
·       Es fördert die Kooperation zwischen den Mitgliedern, wodurch es die Innovation stärkt, eine breit gestreute Mitgliederschaft anstrebt und aktive Beteiligung ermöglicht;
·       Es kommuniziert die W3C-Ergebnisse an die Mitglieder und an die Presse.
Das W3C hat über 350 Mitgliedsorganisationen in 28 Ländern überall auf der Welt (Abb.1), die eine große Bandbreite an kommerziellen Aktivitäten abdecken (Abb.2)
Abbildung 1: W3C Mitgliedschaftsverteilung nach Ländern

Hinzu kommen die vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen, die an den Diskussionsprozessen der Mailinglisten teilnehmen, Empfehlungen übersetzen, Implementierungen von Spezifikationen schreiben und diese als Open Source veröffentlichen, sich an Arbeitsgruppen beteiligen oder sich anderwärtig im W3C engagieren.
Unter den W3C Mitgliedern befinden sich Hersteller von Technologie-Produkten und Dienstleistungen, Contentanbieter, Firmen-Nutzer, Forschungseinrichtungen, Standardisierungsgremien und Regierungen, die alle daran arbeiten, Konsens über die Entwicklungsrichtung für das Web zu erreichen.



Abbildung 2: W3C Mitgliedschaftsverteilung nach Wirtschaftssektor
Das W3C finanziert sich über die Beiträge der Mitgliedsorganisationen und freiwilligen Spenden. Erst am Ende des Jahres 2009 bestätigte die Internet Society (ISOC), einen Betrag in Höhe von 2,5 Millionen US-Dollar, verteilt auf die nächsten drei Jahre, an das W3C zu spenden.
Neben den drei Hostorganisationen MIT, ERCIM und Keio University, die sich administrativen Tätigkeiten widmen, ergänzen weltweit verteilte Büros die Arbeit des W3Cs. Diese haben zur Aufgabe einerseits das Bewusstsein für Standards und für das W3C zu wecken und andererseits:
·       Interessengruppen anzusprechen und die Beziehung zur regionalen Politik und Wirtschaft zu fördern
·       Regionale W3C-Mitglieder zu unterstützen
·       Rückmeldungen zu geben, über die - der Region betreffenden - Thematiken
·       Die regionale Akzeptanz von W3C-Standards zu fördern, mit besonderer Hinsicht auf regionalspezifische kulturelle Gegenstände
·       Verbreitung von Übersetzungen der W3C–Empfehlungen
Das regionale Büro benutzt dabei verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten wie eine eigene Website, Newsletter, Broschüren oder Konferenzen. Gehostet werden die Offices von Wirtschaftsneutralen Mitgliederorganisationen des W3C (meist Hochschulen oder Forschungseinrichtungen).

Status
Auch wenn das W3C zahlreiche De-facto-Standards hervorgebracht hat, ist das W3C keine zwischenstaatlich anerkannte Organisation und damit genau genommen nicht berechtigt Normen wie ISO festzulegen. Das W3C nennt seine Standards – um ihrem nicht-offiziellen Charakter zu entsprechen – W3C Recommendations, also W3C-Empfehlungen.
Die Vorstufen im Entwicklungsprozess einer W3C-Empfehlung (W3C Recommendation) sind Arbeitsentwurf (Working Draft), letzter Aufruf (Last Call Working Draft), Empfehlungskandidat (Candidate Recommendation) und der Empfehlungsvorschlag (Proposed Recommendation). Zu einer Empfehlung werden weiterhin Berichtigungen veröffentlicht, und es kann eine neue Ausgabe einer Empfehlung herausgegeben werden (zum Beispiel existiert die XML-Empfehlung zurzeit in der fünften Ausgabe). Falls nötig, können Empfehlungen auch zur Überarbeitung zurückgezogen werden.
Desweiteren ist es möglich, die Vorstufen der Empfehlungen auf den Level des Arbeitsentwurfes zurückzustufen. Das W3C publiziert darüber hinaus Anmerkungen (Notes) ohne normativen Anspruch.
Diese Dokumente sind für Laien - aufgrund der sehr eigenen Sprache -  oft wenig verständlich oder aufschlussreich. Für Nutzer auf Anwendungsebene, die sich tiefer mit W3C-Technologien beschäftigen wollen, ist ein spezielles Tutorial zu empfehlen. Hierzu können auch die bereits erwähnten Anmerkungen (Notes) dienen, da diese durch ihren explorativen Charakter eher einem Tutorial entsprechen.
Anders als zum Beispiel bei den Request for Comments (RFC) der IETF, sind beim W3C alle Dokumente – vom ersten Arbeitsentwurf bis zur fertigen Empfehlung – auch nach dem Standardisierungsprozess online verfügbar. Weiterhin kann der Standardisierungsweg innerhalb eines Dokumentes anhand diverser Verlinkungen einfach nachvollzogen werden. Rechteinhaber aller Dokumente, einschließlich der fertigen Empfehlungen, sind dabei immer die Hosts: MIT, ERCIM und Keio University. Der Entwicklungsprozess bis zu einer Empfehlung, sowie eine Liste der bisher veröffentlichten Empfehlungen kann unter "Entwicklung" genauer betrachtet werden, im Originalwortlaut ist sie auf den Seiten des W3C dokumentiert.


Zukunft
Das W3C vergrößert die Reichweite des Web auch weiterhin, für: 
·     Jedermann (unabhängig von Kultur, Fähigkeiten, etc.),
·   Alles (Applikationen und Datenspeicher, und auf Endgeräten vom leistungsfähigen Computer mit hochauflösenden Bildschirm bis hin zu mobilen Endgeräten und Anwendungen),
·       Überall (mit Bandbreiten von niedrig bis hoch),
·  Diverse Interaktionsmodi (Berührung, Stift, Mouse, Stimme, Hilfstechnologien, Computer mit Computer). 
„W3C ist der Ort, an dem die Zukunft des Webs gemacht wird. Unsere Mitglieder arbeiten gemeinsam daran, Web-Technologien zu entwickeln und zu standardisieren, die auf der universellen Vielseitigkeit des Webs aufbauen und ihm die Möglichkeit bieten, zu kommunizieren, Informationen auszutauschen und effektive, dynamische Anwendungen zu schreiben. - für jedermann, überall, zu jeder Zeit und mit jedem Endgerät.” - Tim Berners-Lee, W3C Direktor und Erfinder des World Wide Web

Tim Berners- Lee über das Internet heute
„Was nicht im Web ist, existiert nicht" Interview mit futurezone

Die Neuerungen seiner Erfindung verfolgt Tim Berners-Lee verständlicherweise mit Argusaugen, gern wird er dazu nach seiner Meinung befragt. Und obwohl Berners-Lee sein Medium als Open Source, also für jeden kostenlos zugänglich veröffentlichte, setzt er sich heute immer noch für die Verbesserung des Webs ein.

Als bedeutende Errungenschaft sieht er das Web immer dann wenn sie der Menschheit weitergeholfen hat. „Wenn es zur Kommunikation genutzt wurde und dazu beigetragen hat, Konflikte friedlich zu lösen“, so Berners-Lee.
Jedoch gab es auch immer wieder Tiefpunkte in der Entwicklung des World Wide Webs. Wenn zum Beispiel Regierungen und Unternehmen versucht haben, das Web zu kontrollieren. Tim Berners-Lee kämpft daher seit Jahren für die kompromisslose Einhaltung der Netzneutralität. „Ich halte es für sehr wichtig, dass das Netz ein neutrales Medium bleibt und dass ich auf jede Website zugreifen kann. Wenn Regierungen oder Unternehmen die Macht haben, Informationen zu filtern, bestimmen sie die Weltsicht vieler Nutzer, “ sagte Berners-Lee vor ein paar Wochen in einem Interview.

Nicht nur die Zugriffskontrolle auf Websites kann problematisch sein, sondern auch die Überwachung der Webnutzung, etwa für Werbezwecke. Teilweise kann das fatale Folgen haben. Manche Leute etwa nutzen das Web um sich über Krankheiten zu informieren. Wurde von Regierungen erlaubt Technologien zu installieren über die das Nutzungsverhalten verfolget wird, dann das dazu führe das diese Menschen etwa höhere Versicherungsbeiträge bezahlen müssen oder bekommen keinen Job mehr. „Wenn das Nutzungsverhalten protokolliert wird, werden Leute angreifbar“, so Berners-Lee. Seiner Meinung nach sollte die Regierung nicht davor zurückschrecken die Netzneutralität in Form von Gesetzten einzufordern, bis diese als ethisches Prinzip in jedem Unternehmen verankert ist.

Sehr unschlüssig ist sich Berners-Lee aber bei der Frage ob Anonymität im Web gewährleistet werden solle. Denn einerseits brauchen wir laut Tim Berners-Lee das Recht auf Anonymität, andererseits aber hat jeder, der kritisiert wird, das Recht zu erfahren wer hinter der Kritik steht. „Anonymität ist besonders unter repressiven Regimen wichtig oder für Whistleblower. Wir haben also einen Konflikt zwischen diesen beiden Rechten“, behauptet Berners-Lee. Im World Wide Web Consortium wird daher den Leuten gewährt, die aus welchen Gründen auch immer ihre Identität nicht preisgeben wollen, das Recht auf Anonymität. Wichtig sei es in der Gesellschaft Mechanismen zu entwickeln, die beide Rechte ermöglichen.

Der Vater des Webs sieht darin aber auch großes Potenzial für politische Veränderungen.   Als Beispiel nannte er die Revolutionen in arabischen Ländern. Berners-Lee ist davon überzeugt, dass das diese ohne das Netz nicht möglich gewesen wären, und dass ein solcher Vorgang in Zukunft wohl auch nicht mehr so schnell möglich sein wird. Denn auch Regierungen lernen dazu.
Nicht nur im arabischen Raum hatte das Internet in letzter Zeit sehr große Bedeutung für politische Umbrüche auch in Großbritannien war Berners-Lee an einer wichtigen Veränderung beteiligt. Er war stark an der Öffnung von Regierungsdaten beteiligt. Seiner Meinung nach führt eine solche Öffnung zu mehr Transparenz und Entscheidungen werden nachvollziehbar. 





Tim Berners-Lee über Web 2.0 und Social Media
" Web 1.0 is about connecting computers, while Web 2.0 is about connecting people?” “Totally not”.

Auf Definitionen dieser Art reagiert Tim Berners-Lee allergisch. 2006 sprach er in einem Interview mit „IBM Developer Works“ über das Web 2.0, das damals gerade einen richtigen Boom erlebte. Dabei zeigte sich, dass er wohl kein großer Fan dieses Begriffes ist. Er halte Web 2.0 für einen „Jargonausdruck, von dem niemand weiß, was er wirklich bedeutet“. Seiner Meinung nach ist das angeblich neue Netzverständnis des Web 2.0 in Wahrheit nichts anderes, als die Rückkehr zu dem ursprünglichen Netzverständnis, das bereits der
5 interessante Zitate von Tim Berners-Lee
You affect the world by what you browse.
If it isn’t on the web, it doesn’t exist.
Sites need to be able to interact in one single, universal space.
The important thing is the diversity available on the Web.
 
Anyone who has lost track of time when using a computer knows the propensity to dream, the urge to make dreams come true and the tendency to miss lunch.

Grundkonzept des Web 1.0 war. „Web 1.0 is all about connecting people“ – dies war der Hintergedanke, unter dem Berners-Lee das Internet eigentlich revolutionierte. Zu Beginn, in den Jahren 1995 bis 2000, funktionierte dies auch sehr gute ( Beispiel Arbeit im Netz - Arbeit fürs Netz). Zerstört wurde dieses Prinzip erst mit der Einmischung von Unternehmen, die das Web kommerziell machen wollten.

Für Berners-Lee ist das Web 2.0 also nur ein „Abklatsch“ der eigentlichen Grundidee des Webs – seiner Grundidee. Kein Wunder also, dass er von diesen neuen Begriffen nicht sehr begeistert ist.
Viele kritische Internetexperten stimmen ihm zu, auch sie halten das „Web 2.0“ nicht für eine Innovation, sondern eher den Begriff für eine konsequente Weiterentwicklung des „alten WWW“. Web 2.0 enthalte nichts Neues, die neue Interaktivität der User bestehe schon seit jeher in Form von Foren, Chats etc – die verwendeten Grundtechniken waren also schon lange vor Erfindung des „Web 2.0“ vorhanden. „Web 1.0 was all about connecting people, it was an interactive space“. 
Social Media
Als „interactive space“ sind heute vor allem Social Media Netzwerke bekannt. Aufgrund dieser Plattformen sieht Tim Berners-Lee heute  seine immer noch gültigen Grundzüge des WWW, Offenheit und unbeschränkte Verknüpfung von Informationen, stark in Gefahr.  Der vielfach ausgezeichnete und für seine Verdienste geadelte Technik-Pionier sieht sein Lebenswerk bedroht. Ausgerechnet Gerade die erfolgreichsten Unternehmen im Netz, wie eben Facebook, seien dabei, die Prinzipien von Offenheit und open sources wezugwerfen um stattdessen geschlossene Inseln zu schaffen, um ihre Inhalte vom Rest des Netzes abzuschotten. 
 „Wenn wir, die Web-Nutzer, diese Entwicklung zulassen, könnte das Web in fragmentierte Inseln zerbrechen. Wir könnten die Freiheit verlieren, Webseiten so miteinander zu verbinden, wie wir es möchten", warnte Berners-Lee in einem Beitrag in der Wissenschaftszeitschrift „Scientific American“.
Google-Chef Eric Schmidt wettet, dass „offene Systeme“ im internet überleben und im Endeffekt dominieren werden, Berners-Lee ist sich da nicht so sicher. Soziale Netzwerke wie Facebook brilliante Datenbanken, mit den Geburtsdaten und persönlichen Angaben, und bieten zusätlich einen Zusatznutzen (Kontakt mit anderen)- aber nur auf ihren Seiten. Wer seine Daten einmal dort eingegeben habe, kann sie nicht einfach mitnehmen. „Jede Seite ist ein Silo, abgeschirmt von den anderen Seiten", kritisiert Berners-Lee. Mehrwertschaffende Verbindungen zwischen den Daten seien nur auf der Seite möglich. Je mehr Daten die Nutzer also dort eingeben, desto stärker seien sie an die Plattform gebunden, warnt Berners-Lee. Damit verbunden sei die Gefahr, dass eine Plattform ein Monopol werden könne, was die Innovationskraft senke. Facebook ist genau auf diesem Weg. Mit mehr als 600 Millionen Nutzern, was rund 45 Prozent der Internetnutzer in den Industrieländern entspricht, ist Facebook die Nummer eins unter den sozialen Netzwerken und wächst weiterhin schnell. Schon 9 Prozent der gesamten Internetzeit verbringen die Menschen auf Facebook, hat das Marktforschungsunternehmen Comscore gemessen.
Auch denkt Berners-Lee, dass viele User selbst frustriert über die Tatsache sind, dass Social Network Plattformen nicht miteinander kommunizieren. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei bereits gemacht worden, mittlerweile kann man Leute „followen“ die nicht auf derselben Network-Plattform unterwegs sind wie man selbst, der erste Schritt in Richtung „alle miteinander“ und „gegenseitiges öffnen“ ist also bereits gemacht.
Berners-Lee fordert aber bereits eine neue Generation von Social Networks, die speziell Akademikern und Wissenschaftlern die Zusammenarbeit erleichtern soll. Hier sieht er momentan einen großen Mangel, für Experten gäbe es keine passende Plattform um ihre Arbeit zu teilen und Ideen auszutauschen. Für ihn wäre so eine Plattform ein wichtiger Schritt, die dringendsten Weltprobleme zu lösen.
Normale Social Media Networks wie Twitter sind laut Berners-Lee für Wissenschaftler allerdings ungeeignet, er fordert etwas Neues:
"Is Twitter going to be a part of that? Maybe, but maybe not. Maybe we need something more sophisticated," he said. "Twitter is not really designed for middle of the way discussion. Something should be."
Dabei appellierte er vor allem an Web-Experten, beim kreieren neuer System speziell an die wirtschaftlichen und sozialen Probleme und Faktoren der heutigen Zeit zu denken.”

Zukunftsweisender als Web 2.0 oder Social Media ist für Berners-Lee aber eher der Schritt in Richtung “Semantic Web" an dem er seit längerem mitkonzipiert.

Semantic Web


Seit ein paar Jahren ist das „Semantic Web“ ein heiß diskutiertes Thema, die Idee selbst ist jedoch fast so alt wie das Web selbst. Ziel dieser neuen Instanz ist es, Bedeutungen von Informationen für den Computer verwertbar zu machen und somit geordnet für den jeweiligen Nutzer einsehbar zu sein. Die Informationen werden interpretiert und automatisch weiterverarbeitet und können somit in Beziehung zueinander gesetzt werden.

Hier ein kleines Beispiel, wie das Semantic Web in der Praxis funktionieren soll:

Simon hört gerade laut „Fix you“ von Coldplay auf seinem Home Entertainment System, als sein Handy läutet. Sofort wird die Lautstärke minimiert, da das Handy eine Nachricht an das Entertainment System schickt. Seine Schwester Julia, die gerade mit ihrer Mutter beim Arzt war, informiert Simon, dass die Mutter krank ist und eine Reihe von Untersuchungen braucht, die beiden Geschwister müssen sie  also mehrmals chauffieren.
Julia schaltet ihren Semantic Web Agent ein, der sofort versucht, mögliche Behandlungstermine anhand der Terminkalender der Geschwister und des Arztes zu berechnen.  Simon ist mit manchen der Termine nicht zufrieden – das Haus seiner Mutter ist weit vom Krankenhaus entfernt, und im Berufsverkehr würde die Fahrt zu lange dauern. Also wiederholt er die Suche nach möglichen Terminen mit strengeren Angaben zu Zeit und Ort – und Sekunden später war der perfekte Plan erstellt.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, wie das Semantic Web das Alltagsleben enorm erleichtern kann.

Das Semantic Web soll also Strukturen in Daten bringen und diese nach Relevanz sortieren. Das System funktioniert allerdings nur, wenn die benötigte Software an beiden Enden der Kommunikation verwendet wird,  das oben angeführte Beispiel kann also nur dann funktionieren, wenn bei der Erstellung der Homepage des Krankenhauses die Software, die benötigt wird, um Semantic Web pages zu erstellen, verwendet wurde.

Das Semantic Web ist kein eigenes Web, sondern eine Erweiterung für das World Wide Web. Das Internet würde mit dieser erweiterten Software „klüger“ werden, könnte Zusammenhänge herstellen und hierarchische Klassen bilden. Es könnte so zum Beispiel feststellen, dass ein LKW ein Auto, jedoch weder ein PKW noch ein Geländewagen ist.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den verschiedenen Eingabemethoden. Beim semantischen Web sollen Informationen sowohl per Mobilgerät und Spracheingabe abgerufen werden können, als auch durch visuellen Input. Wer also in Filmplakat mit dem Handy fotografiert und zusätzlich "Wo spielt es diesen Film?" ins Mikro brüllt, soll in Zukunft eine Liste mit nahegelegenen Kinos zurückbekommen.

Tim Berners-Lee ist überzeugt davon, dass das Semantische Web in Zukunft fest in unsere Leben eingebunden und nicht mehr wegzudenken sein wird.
Die deutsche Bundesregierung zum Beispiel investiert bereits Millionen in die Forschung und Weiterentwicklung der Software. Es wird sich also zeigen, wie lange es noch dauern wird, bis das Semantic Web die Laptops und Smartphones weltweit beherrscht.




Quellen:

Web Consortium:
www.w3c.de
de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web_Consortium

Web 2.0 und Social Media, Aufrufe am 17.11.2011:


Berners-Lee über das Internet heute:
futurezone.orf.at

Semantic Web:
de.wikipedia.org