Donnerstag, 17. November 2011

Die Kindle-App

Apps und ihre Geschichte

Während Web-Apps erst seit der Entwicklung von Smartphones einen relevanten Status erreicht haben, sind Apps schon seit der Erfindung des Mobiltelefons Teil dessen Software. Waren es zu Beginn noch fix installierte Taschenrechner, Wecker, Spiele oder Kalender, die man auch nicht löschen konnte, sind es heute viel komplexere Programme.

Die Apps von damals wurden vom jeweiligen Telefonhersteller installiert, erst mit dem Erscheinen von Java auf bekamen Anwender die Möglichkeit, kleine Anwendungen und Spiele von ihrem Mobilfunkbetreiber, oder auch aus dem Internet über WAP herunterzuladen. Erstmals konnten auch Hintergrundbilder, Bildschirmschoner und Klingeltöne auf den Mobiltelefonen installiert werden.

Durch die Entwicklung des iPhones und der Android-Smartphones kam es zu einer rasanten Weiterentwicklung der Apps, Ende 2010 waren bereits über 500.000 Anwendungen für Mobiltelefone verfügbar.


Wie funktioniert der Kindle Cloud Reader?

Amazon hat vor allem auf die neue Klausel des Apple App Store reagiert: Um nicht 30% des Gewinns an Apple abgeben zu müssen entwickelte der E-Commerce-Riese eine Web App für seinen Kindle Reader.

Die Web App ermöglicht es, E-Books direkt am Webbrowser zu lesen, ohne Installationen am PC vorzunehmen. Das heißt, der Benutzer kann die App zwar installieren, muss das aber nicht tun. Über die Amazon Cloud werden die Inhalte immer miteinander synchronisiert, sodass der Nutzer immer Zugang zur aktuellsten Variante seiner Notizen, Daten – oder eben E-Books hat.


Cloud: Was ist die Wolke?

Als Cloud bezeichnet man einen Internetspeicher, in dem Nutzer ihre Daten ablegen können. Vor einiger Zeit entdeckten Forscher der Universität Bochum aber ein Sicherheitsleck in der Amazon Cloud. Sie waren imstande, in dort abgelegte Nutzerdaten einzusehen und sie auch zu ändern.

Cloud Computing wird als große Möglichkeit für die Zukunft gesehen, eben um Platz und einmalig benutzte Kapazitäten zu sparen. Über die Cloud arbeiten beispielsweise schon Evernote und Dropbox.


Die Web-App

Die Oberfläche der Web-App unterscheidet sich nur mäßig von der Oberfläche der installierten Applikation. Sämtliche Werkzeuge (so wie zum Beispiel Schriftgröße, Marker usw.) bleiben am Bildschirm ausgeblendet, damit sie den Lesefluss nicht stören. Ein Klicken genügt aber, um sie wieder einzublenden.

Eine Besonderheit des Cloud Readers ist aber der integrierte Kindle store. Dieses Detail macht es dem Nutzer möglich, direkt vom PC aus weitere E-Books zu kaufen. An dessen Design merkt man aber auch deutlich, dass der Store nicht für die Amazon Website geschaffen wurde: Die großen Buttons sind vor allem für Touchpads konzipiert.

Auch Stichproben (Samples) können über die Web-App gelesen werden. Am Ende des Textes kann auch sofort das vollständige E-Book (Full version) heruntergeladen werden.

Amazons Web App hat aber auch einige Schwachstellen. Beispielsweise ist es nicht möglich, ohne Internetanschluss neue Notizen zum Text zu machen (die alten Notizen sind aber sehr wohl sichtbar). Zudem ist es nicht möglich über den Cloud Reader abonnierte Zeitungen und Magazine zu lesen – dies geht nur über die „native App“ (also nicht über Web App). Auch gibt es kein integriertes Wörterbuch und keine Möglichkeit, bestimmte Wörter im E-Book zu suchen.

Und so funktioniert die neue Web-App auf dem I-Phone:


Web App vs. native App

Web App oder native App? Eine Frage, die derzeit die IT-Welt spaltet. Denn durch die Entwicklung von HTML5, CSS 3 und JavaScript haben sich neue Möglichkeiten für mobile Websiten ergeben. Puncto Aussehen unterscheiden sich Web Apps kaum noch von nativen Apps. Der User hat nicht das Gefühl, eine Web App zu steuern, da das Aussehen so stark an nativen Applikationen angelehnt ist. Funktionen, die vorher nur mit nativen Applikationen möglich waren, wie die Lokalisierung des Users per GPS oder das Ansehen von multimedialen Inhalten, können nun auch im Webbrowser genutzt werden. Der Benutzer steuert die Anwendung mit dem Browser an, indem er die URL eingibt. Ein „m.“ führt dabei die URL an und führt zur mobilen Website, wie z.B: bei m.facebook.com.

Im Kontrast zu Web Apps werden native Apps auf dem Endgerät installiert. Sie müssen aus einem der zahlreichen Marktplätze für Applikationen geladen werden. Apple’s iTunes App Store und der Android Market zählen zu den wichtigsten größten und wichtigsten Anbietern.

Aus Entwicklersicht spricht vieles für Web Applikationen. Im Vergleich zu nativen Apps kann mit geringerem Aufwand ein breiteres Spektrum an Smartphone-Plattformen angesprochen werden. Web-basierte Anwendungen müssen nicht für jedes Endgerät-Betriebssystem neu entwickelt werden. Flash-basierte Anwendungen werden jedoch von Apple Produkten nicht unterstützen und können daher am Interface des Nutzers nicht angezeigt werden.

In puncto Kosten übertrumpfen Web Apps ihren Verwandten. Sowohl die Entwicklung als auch Nachbesserungen sind günstiger. Im Vergleich zu nativen Apps muss der Nutzer seine Version nicht aktualisieren. Wenn ein Benutzer z.B. Gmail aufruft, verwendet er bereits die aktuellste Version.

Zudem ist die Zeit bis zum Launch im Vergleich zur nativen App wesentlich kürzer. Bis eine Applikation auf dem Markt landet, vergehen durch ein Prüfverfahren des App-Anbieters meist Tage und oft Wochen. Die Anwendung wird dabei auf schädliche Codes und Schwachstellen untersucht.


GLOSSAR

Mit CSS („Cascadian Style Sheets“) wird das Design einer Website erstellt. Das Grundgerüst wird in HTML bedeutet Cascadian Style Sheets, HTML stellt Grundgerüst bereit, CSS ist für das Design. Ein „Sheet“ ist eine Textdatei, die Regeln für das Design festlegt. Wie ein Element, Eigenschaften des Textes (Größe, Farbe, Schriftart), Position des Textes auf einer Website, Menü’s oder Buttons einrichten. Web Apps profitieren vor allem von der neuesten Version CSS 3. Das Layout kann nun von der Bildschirmgröße des Endgerätes abhängig gemacht werden. Das erhöhte die Benutzerfreundlichkeit.

JavaScript ist eine Skript-Sprache die es ermöglicht Seiten Interaktivität zu verleihen. Es erweitert die Seite aber auch um Funktionalität. Roll-Over, Austausch von Bildern. Anders als HTML oder CSS ist es keine unabhängige Technologie, sondern eine von Netscape entwickelte Programmiersprache.

Adobe Flash ist eine Plattform zum Erstellen multimedialer und interaktiver Inhalte. Flash ermöglicht das Erstellen von Animationen, also das Aneinanderreihen von einzelnen Bildern zu Videos. Vorwiegend kommt das Programm in Form eines Plugins im Internet zum Einsatz.

Push-Nachrichten: sind kurze Textnachrichten an den Benutzer des Endgerätes, die ähnlich einer SMS am User-Interface des Smartphones aufspringen. Sie sind für Sender und Empfänger kostenlos.

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