Donnerstag, 3. November 2011

Tim Berners Lee

Holzer Sophie, Holzinger Lea Luna, Krenn Bernadette, Garber Susanne


„However, a website is like a telephone; if there's just one it's not much use.“

Tim Berners Lee

Die Entwicklung des Internet vor Tim Berners Lee‘s WWW
Das Wort Internet besteht aus dem Teil „inter“, welcher nach lateinischer Übersetzung „zwischen“ bedeutet und aus der Kurzform „net“ des Wortes „networking“, also „netzwerken“. Das Internet steht demnach für die Vernetzung von Computern.
Hartnäckig hält sich der Irrglaube das Internet und das WorldWideWeb wären dasselbe, doch der Begriff Internet beinhaltet viele verschiedene Funktionen. Das WorldWideWeb, das zur passiven Informationsbeschaffung benutzt wird, ist nur eine dieser Funktionen. Weiters stellt das Internet den Dienst bereit, elektronische Post per E-Mail zu versenden. Das „Usenet“, welches news zu bestimmten Themen versendet, das „file transfer protocol“ (ftp), das für die Übermittlung von großen Datenmengen genutzt wird, sowie das „telecommunications network“ (telnet), welches die Fernsteuerung von Rechner ermöglicht, sind ebenfalls Funktionen des Internet.
Die Entwicklung des Internets begann bereits zur Zeit des Kalten Krieges im Jahr 1957. In diesem Jahr war es der UdSSR gelungen, den „Sputnik“ ins All zu befördern, mit dem nun auch Daten per Satellit übertragen werden konnten. Geschockt durch den technischen Vorsprung der UdSSR rief das US-Verteidigungsministerium die Advanced Research Projects Agency (ARPA) ins Leben, die für die Entwicklung neuer Technologien in den Bereichen Datenübertragung und Kommunikation zuständig war.
Mit dem ARPANET gelang der ARPA im Jahre 1962 einige amerikanische Forschungsinstitute miteinander zu vernetzen. Ziel war es die vorhandene Rechenleistung durch die Zusammenschaltung mehrerer Rechner zu verbessern. Außerdem sollten Informationen an allen angeschlossenen Instituten verfügbar sein. Mit dem ARPANET wurden diese Ziele erreicht. Bei dem Vorläufer des Internet handelte es sich um ein geschlossenes Netzwerk, an das nur wenige Forschungsinstitute angeschlossen waren. Das ARPANET stellte einen großen Meilenstein der Forschungen der ARPA dar, da es nun erstmals gelungen war Rechner verschiedener Art über große Distanzen hinweg miteinander zu vernetzen. „Telnet“ und „ftp“ waren die ersten Anwendungen des ARPANET.
Durch die Veröffentlichung der Software zum Verschicken und Empfangen von elektronische Post (E-Mails) von Ray Tomlinson im Jahre 1972 entwickelte sich das wenig genutzte ARPANET zum beliebten Internet. Ray Tomlinson führte das @-Zeichen ein, welches sicherstellt, dass eine Nachricht zu einem ganz bestimmten Empfänger gelangt.
Dem ARPANET folgten weitere geschlossene Netzwerke, doch all diese Netze ermöglichten nur eine interne Kommunikation. Die Zielsetzungen für weitere Entwicklungen waren also die Öffnung dieser Netze für weitere Teilnehmer und die Kommunikation zwischen verschiedenen Netzen. Mit einem System von Kommunikationsregeln, die es ermöglichen mit einem beliebigen Partner via Netz zu kommunizieren, sollten diese Ziele erreicht werden. 1974 entwickelten Vinton Cerf und Robert Kahn im Auftrag der ARPA ein neues Netzwerkprotokoll, das sich auf ein einheitliches Datenformat und eine einheitliche Verbindungsmethode beschränkte, das Transmission Control Protocol / Internet Protocol (TCP/IP). Dieses Netzwerkprotokoll wird auch heute noch benutzt und kann als die gemeinsame Sprache aller Internet Computer bezeichnet werden.
1982 erklärte das US-Militär TCP/IP zum internen Standard für die Datenkommunikation. Aus diesem Grund wird TCP/IP auch heute noch als DoD-Protokoll bezeichnet, benannt nach dem Department of Defence.
Im Jahr 1983 teilte sich das ARPANET in MILNET für militärische Zwecke und in das neue ARPANET für Forschungszwecke. Der Begriff INTERNET verdrängte langsam aber sicher ARPANET.

Ted Nelson
Theodor Holm Nelson, kurz Ted Nelson, wurde 1937 in Chicago geboren und gilt als Informationstechnikpionier. Bereits 1960 prägte er die Begriffe Hypertext und Hypermedia und beschrieb bereits, lange bevor der erste Heimcomputer erfunden wurde, viele Dinge, die heute zum Alltag gehören, beispielsweise Mikrotransaktionen oder das semantische Web. Der große Geldsegen blieb für Ted Nelson jedoch aus. Sein Lebenslauf beinhaltet weder Firmengründungen, noch Fusionen oder Aufsichtsratsposten, lediglich 2 Patente nennt er sein eigen.
Seine damaligen Visionen klingen wie eine Beschreibung der Gegenwart, er schwärmte von Texten, welche an verschiedenen Veröffentlichungsorten miteinander verknüpft werden können. Heute ist dies der Alltag, 1965 war es nur eine kühne Zukunftsvorstellung.
Seine Visionen schrieb der Soziologe Ted Nelson nieder und begeistert so viele der heutigen Computer-Multimillionäre. Das Manifest „Computer Lib - You can and must understand computers now" erschien 1974 und gilt als die Bibel der Technologie-Utopisten.
Jedoch geriet Nelson in den vergangenen Jahren in Vergessenheit. Seine Vision des Hypertext-Systems Xanadu, eine Informationsbank mit dem utopischen Ziel, das gesamte Weltwissen zu verwalten, wurde in den Medien kaum erwähnt und wurde als das „am längsten laufende Vaporware-Projekt der Computergeschichte“ bezeichnet. Vaporware, ist eine Software, die sich nach der Ankündigung kaum weiterentwickelt. Schließlich ist dieses Programm in knapp 50 Jahren nicht zu einem brauchbaren Computersystem geworden.
Nelsons, vor kurzem veröffentlichtes, Buch „Geeks Bearing Gifts: How the Computer Got This Way“ stellt seine It-Geschichte aus der persönlichen Perspektive Ted Nelsons dar.
Doch nicht alle Visionen von Nelson wurden auch realisiert. Er träumte auch von einem Zweiwege-Hyperlink oder der Reformation des Urheberrechts.
In Zukunft wird sich Nelsons Projekt Xanadu wohl auch kaum weiterentwickeln und die Konkurrenz schläft nicht, denn es kämpfen auch bereits andere, wie zum Beispiel Wikis, mit.
Ted Nelson hat somit schon 25 Jahre vor der Entstehung des World Wide Web, die Technologie von diesem vorweggenommen und war erbost, als der Siegeszug des WWW über ihn hinwegfegte.

Sir Timothy John Berners Lee
Am 6. August 1991 begann das Web, das wir heute kennen mit Tim Berners-Lees Einladung den ersten öffentlich zugänglichen Webserver zu besuchen. 1989 hatte er den Grundstein des World Wide Web in einem Vernetzungsprogramm, welches 30.000 Zeichen umfasst und auf dem „Vorgänger“ des heutigen Apple Rechners, dem Next-Rechner getippt wurde, für seine Abteilung im CERN niedergeschrieben. Ursprünglich sollte das Programm nur die alltäglichen Probleme im Forschungszentrum lösen, da es keine umfangreiche Speichermöglichkeit gab und viele technischen Daten der vergangenen Projekte verloren gingen. Zusammenfassend könnte man behaupten, dass Berners-Lee eine Plattform schaffen wollte, die als Speicherplatz für persönliche, wenig formelle, an ein bestimmtes Publikum gerichtete Kommunikation dient, aber auch allgemeine Aufsätze und Anleitungen archiviert und Zugriff für Neulinge schafft. Berners-Lee war sich nicht bewusst, dass er einen der größten Fortschritte des 20.Jahrhunderts entwickelt hatte.
Sein Programm machte es möglich, von verschiedenen Rechnern im Netzwerk auf andere Rechner zugreifen zu können, vorausgesetzt diese wären auf Hypertext-Seiten verlinkt, die wiederum auf anderen Hypertext-Seiten verlinkt wären. Tim Berners-Lees Programm ermöglichte es außerdem diese Hypertext-Seiten anzuzeigen. Schon bald gab es auch Interessenten außerhalb des CERNs und so war die Grundlage des uns bekannten World Wide Webs geebnet.
Die erste Website war die des Forschungszentrums CERN (www.Info.cern.ch). Eine andere (http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html) sollte es dem breiten Publikum ermöglichen mehr über Hypertext, technische Details zum Erstellen einer Homepage und sogar einer Erklärung zur Suche im Web zu lernen. Leider gibt es keinerlei Screenshots oder andere Hinweise auf die erste Homepage, die jemals existierte.
Nachdem die erste Website online gegangen war, folgte Berners-Lees Statement: „Das WWW-Projekt wurde gestartet, um es Teilchenphysikern zu ermöglichen, ihre Daten, Neuigkeiten und Dokumente auszutauschen. Wir sind sehr daran interessiert, das Web auf andere Bereiche auszudehnen und weitere Server an unser Netz anzuschließen, die für andere Daten sorgen. Alle, die mitarbeiten wollen, sind willkommen!"
Warum aber wurde diese Programm so unglaublich populär und aus der heutigen Welt kaum wegzudenken? Tim Berners-Lees Hypertext-Konzept war im Großen und Ganzen kostenlos, standardisiert, offen und vor allem erweiterbar. Als Anfang der Neunziger der Informatik-Student Marc Andreessen, welcher später ein eigenes Software-Haus gründete, an der Universität von Illinois einen Internet Browser für Berners-Lees Wissensnetz programmierte und somit zum Multimillionären wurde, tat sich die Frage auf, ob Berners-Lee dies nicht verärgerte, da dieser kaum Geld mit seinen Ideen verdiente? Auf seiner Web-Seite antwortete er so: "Wäre die Technik proprietär und unter meiner Kontrolle gewesen, wäre sie wahrscheinlich nicht so erfolgreich geworden. Die Entscheidung, das Web zum offenen System zu machen, war notwendig, um es universell zu machen."
Heute klingt dies alles einleuchten. Hyperlinks, Web-Seiten und ein Wissensnetz, das von fast allen Orten der Welt abrufbar ist, sind nicht mehr aus der heutigen Welt wegzudenken. Vor 2 Jahrzehnten, als Tim Berners-Lee diese Ideen in seinen Next-Rechner tippte, waren sie revolutionär.

Hypertext Markup Language - HTML
HTML-Dokumente stellen die Grundlage des World Wide Webs dar und werden in Form von Browsern dargestellt. Die gesamte Darstellung des Internets basiert quasi auf HTML-Dokumenten. „Hypertext Markup Language“ bedeutet wörtlich übersetzt „Hypertext-Auszeichnungssprache“. Damit ist eine „textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten“ (http://de.wikipedia.org/wiki/HTML) gemeint. Die Idee, die hinter HTML steckt, ist folgende: die HTML-Sprache dient dazu, „Informationen auf digitalem Weg, schnell und strukturiert zwischen mehreren Personen auszutauschen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/HTML). Um diese Informationen übertragen zu können, ist eine Textauszeichnungssprache nötig. Vereinfacht: dem Text wird durch Auszeichnungen eine bestimmte Struktur verliehen. Diese Markups teilen dem Browser mit, wie er die Inhalte der Website visuell zu formatieren hat. Das HTML-Dokument dient quasi als Anleitung zur Darstellung von Webinhalten. HTML-Dokumente sind jedoch nicht nur dafür zuständig, dass Inhalte auf den unterschiedlichen Browsern angezeigt werden können, sondern enthalten zusätzliche Informationen in Form von Metadaten. Diese Metadaten enthalten wiederum eine Vielzahl an weiteren Daten, bspw. über ein bestimmtes Wort, einen Namen oder enthalten umfangreichere Beschreibungen. Die meisten online-Artikel beinhalten Metadaten in Form von Verlinkungen.
Derzeit befindet sich der Entwicklungsstand von HTML bei 4.0, an der fünften Version wird bereits gearbeitet.

Zusammenfassung des „futurezone“-Interview
Die „futurezone“ befragte Tim Berners Lee zum 20-jährigen Jubiläum des World Wide Web bezüglich den Entwicklungen und Errungenschaften, die durch das Internet ermöglicht wurden.
Als Errungenschaft des Webs bezeichnet Lee alles, was die Kommunikation zwischen Menschen erleichterte. Viele Kommunikationswege können durch das Internet abgekürzt werden, was das Kommunizieren untereinander deutlich einfacher macht. Durch die Vernetzung können auch Menschen in Kontakt treten, die ohne das Internet gar nicht die Möglichkeit hätten, miteinander zu kommunizieren. Dies Aspekte seien laut Lee eine der bedeutendsten Errungenschaften.
Den Erfolg des Internet sieht Tim Berners Lee darin, dass es ein offenes und für alle zugängliches Netzwerk darstellt. Er betont an dieser Stelle, die Wichtigkeit der Netzneutralität. Dies meint die Gleichbedeutung aller Daten und Dienste. Die Idee des Webs liegt darin, alle Daten für alle Nutzer zugänglich zu machen. Eine Zensur oder gar eine Kanalisation an bestimmten Informationen würde diesem Prinzip widersprechen. Auch der Aspekt, dass das Internet in der heutigen Zeit die am häufigsten genutzte Informationsquelle darstellt, bestärkt die netzneutrale Haltung Lee’s. Wenn ein User nach Informationen sucht, sollen ihm auch alle möglich verfügbaren zugänglich sein. Informationen oder besser gesagt, die Medien, die diese Informationen aufbereiten, bestimmen die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und was wir von ihr wissen.
Weiters kritisch sieht Tim Berners Lee auch die Überwachung der Webnutzung. „Wenn das Nutzungsverhalten protokolliert wird, werden Leute angreifbar“ (http://futurezone.at/netzpolitik/5386-was-nicht-im-web-ist-existiert-nicht.php).
Die Netzneutralität muss laut dem Erfinder des Webs vor allem von der Gesellschaft hochgehalten werden. Regierungen sollen sich seiner Meinung nach nur dann einschalten, wenn es zu einer Bedrohung dieser kommt. Regierungen könnten dann durch Regulierung oder gar Gesetze einschreiten.
Zum Thema „Privatsphäre im Internet“ sagt Lee, dass sich hier nicht das Web, sondern die Web-Nutzer verändern müssen. Laut Lee ist es notwendig, ein neues Bewusstsein im Bezug auf das Veröffentlichen privater Daten, aufzubauen. Es ist nicht das Web, welches Informationen preisgibt, sondern die User selbst.
Beim Thema „Anonymität“ sieht sich Lee im Zwiespalt. Zum einen brauchen wir, vor allem in repressiven Regimen, das Recht auf Anonymität. Schwierigkeiten mit diesem Recht gibt es hingegen dann, wenn jemand kritisiert oder angegriffen wird. In diesem Fall hat der Betroffene auch ein Recht, zu erfahren, wer dahinter steht.
Und wie sieht Tim Berners Lee die Zukunft des Internets? Er ist fest davon überzeugt, dass das World Wide Web alle Bereiche durchdringen wird und dass jene Inhalte, durch eine Vielzahl an Geräten verfügbar werden. Der Erfinder des Internets sagt von sich, er lebe selbst quasi in einer Web-Welt. Berners Lee nützt das Internet fast durchgehend und pflegt daher den Grundsatz „Was nicht im Web ist, existiert nicht“ (http://futurezone.at/netzpolitik/5386-was-nicht-im-web-ist-existiert-nicht.php).


Quellen:
http://www.daniel-von-der.helm.com/internet/entwicklung-des-internet.html
http://www.demokratiezentrum.org/themen/mediengesellschaft/e-democracy/die-geschichte-des-internets.html
http://www.castelligasse.at/castelli-online/internet story/ internet story/htm
http://www.geschichte-oesterreich.com/erfindungen/internet.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,601516,00.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,610257,00.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,771664,00.html
http://info.cern.ch/

http://de.wikipedia.org/wiki/HTML

http://futurezone.at/netzpolitik/5386-was-nicht-im-web-ist-existiert-nicht.php

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/754048/Eine-kleine-Geschichte-des-Internetwww.zdf.de

1 Kommentar:

  1. Juhu es hat funktioniert!! :)
    nur unsere Namen sind irgendwie verschwunden.

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